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Die Gemeinde informiert spezial - Europawahl - Die Grundlagen der EU – Teil 1

23.01.2019
Wie hat sich die EU entwickelt?

1. Etappe – Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
Jean Monnet und Robert Schuman wollten, dass Frankreich und Deutschland in der Kohle- und Stahlindustrie zusammenarbeiten, um Europa nach dem 2. Weltkrieg wirtschaftlich aufzubauen und Frieden zu gewährleisten. Somit gründeten 1951 Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die „Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch „Montanunion“ genannt.

2. Etappe – Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Europäische Atomgemeinschaft
Nun wollten die Länder nicht nur in der Kohle- und Stahlindustrie zusammenarbeiten, sondern in der gesamten Wirtschaft. Deshalb unterzeichneten sie am 25.03.1957 die Verträge der Gründung der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)“  in Rom. Diese sind auch als „Römische Verträge“ bekannt.
Zudem gründeten sie am selben Tag noch die „Europäische Atomgemeinschaft (EAG). Ihr Ziel war es, dass die Kernkraft in Europa friedlich genutzt wird.

3. Etappe – Erste Erweiterung
Dänemark, Irland und Großbritannien traten 1973 der Gemeinschaft bei.

4. Etappe – Direktwahl des Europäischen Parlaments
1979 wurde das Europäische Parlament erstmals gewählt. Seitdem finden die Wahlen alle fünf Jahre statt.

5. Etappe – Erweiterung der Gemeinschaft nach Südeuropa
Griechenland trat der Gemeinschaft 1981, Portugal und Spanien 1986 bei.

6. Etappe – Einheitliche Europäische Akte
1986 setzten sich die Mitgliedstaaten zum Ziel, einen gemeinsamen Binnenmarkt1 in der „einheitlichen Europäischen Akte“ bis 1993 zu schaffen.

3. Oktober 1990
Die Wiedervereinigung hat die wirtschaftliche und politische Bedeutung Deutschlands in der Europäischen Union verändert.

7. Etappe – Der Vertrag von Maastricht
1992  wurde die Europäische Union mit dem Vertrag von Maastricht geschaffen. In der EU wurden die Europäischen Gemeinschaften, die gemeinsame Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik und die Innen- und Rechtspolitik zusammengefügt. Des Weiteren wurde eine Wirtschafts- und Währungsunion geschaffen.

8. Etappe – Beitritt von Finnland, Österreich und Schweden
1995 traten Finnland, Österreich und Schweden der EU bei. Die Mitgliederzahl erhöhte sich auf 15.

9. Etappe – Die größte EU-Erweiterung
Estland, Litauen, Lettland, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Zypern und Malta traten 2004 der EU bei. 2007 folgten auch Bulgarien und Rumänien. Somit hatte die EU in der Zeit 27 EU-Mitglieder.

Oktober 2004
Im Oktober 2004 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten einen Vertrag über eine Europäische Verfassung. Durch den Vertrag sollte die EU demokratischer, transparenter und effizienter werden. Jedoch scheiterte der Vertrag an einer Volksabstimmung in den Niederlanden und in Frankreich.

10. Etappe – Der Vertrag von Lissabon
2009 wurden in diesem Vertrag die alten Verträge angepasst. Der Vertrag über die Europäische Union (EUV) enthält die Grundvorschriften.
Der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) enthält Bestimmungen über die Zuständigkeit der EU, über die Unionsbürgerschaft, über den Binnenmarkt1, über die einzelnen Politikbereiche sowie über die Organe1 der Union. Diese beiden Verträge (EUV, AEUV) sind der Vertrag von Lissabon.

11. Etappe – Nunmehr 28 Mitglieder
2013 sind es nun 28 Mitgliedstaaten. Kroatien ist das jüngste EU-Mitglied. Die Schweiz und Norwegen werden voraussichtlich nicht beitreten.

12. Etappe – Die Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai 2014
Bei der EU-Wahl präsentierten die großen Parteienfamilien (Christdemokraten und Sozialisten) erstmals Spitzenkandidaten. Die EU-Staats- und Regierungschefs nominierten Jean-Claude Juncker von der Europäischen Volkspartei (EVP) zum Kommissionspräsidenten1. Im Juli 2014 wurde er vom EU-Parlament1 gewählt.

Die bisher letzte Etappe – Abkommen mit östlichen Nachbarn am 27. Juni 2014
2014 schließt die EU Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der Ukraine, mit Georgien und Moldawien ab. Durch das Abkommen wurde eine breite Zusammenarbeit der EU mit den beteiligten Ländern geschaffen.

1Erläuterungen hierzu finden Sie in einem anderen Gemeinde-informiert-Artikel dieser Serie.

                                                                                                                      noch 17 Wochen bis zur Wahl

 
 

 

 


Viele Grüße
Ihre Auszubildenden und Praktikanten
 

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