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Eichenprozessionsspinner

21.03.2018
Sammelbekämpfung von Eichenprozessionsspinner

Was ist ein Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner sind Schmetterlinge aus der Familie der Zahnspinner.
Sie stammen aus der Mittelmeerregion und haben sich in den letzten 15 Jahren zu einem gefürchteten Allergieträger entwickelt.
Der Eichenprozessionsspinner-Falter, ist für den Menschen ungefährlich. Diese fliegen in der Zeit von Juli bis August. In der zweiten Nacht, legt das Weibchen dann ihre 30 bis 300 Eier (1 mm) in den Baumkronen der Eichen ab. Nach kurzer Lebenszeit sterben die Falter.
Gefährlich für den Menschen sind jedoch die stark behaarten Raupen, die von April bis Juni unterwegs sind. Sie durchlaufen sechs Larvenstadien und leben ausschließlich auf Eichen. Die Raupen ziehen in einer Art Prozession auf dem Baum. Sie fressen nur die Blätter der europäischen Eichenarten. Im Juli verpuppen sich die Raupen dann in den Nest-Gespinsten und bleiben dort drei bis fünf Wochen, bis sie schlüpfen.

Was können Sie auslösen?
Die sehr feinen, fast durchsichtigen Brennhaare der Raupen können bei Menschen eine allergische Hautreaktionen (Raupendermatitis) auslösen, da die Haare ein Eiweißgift namens Thaumetopoein enthalten.
Am gefährlichsten sind für den Menschen die Haare im dritten Larvenstadiums (Mai, Juni). Diese halten auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue Reaktionen aus. Die Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich mit ihren Häkchen fest. Die daraus entstehenden Hautreaktionen halten oft ein bis zwei Wochen an. Meistens sind die Hautbereiche, die nicht bedeckt waren, betroffen. Auch Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut, können durch Einatmen der Haare zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen.

Die Raupendermatitis (Hautkrankheit) kann sich in drei verschiedenen Erscheinungsbildern zeigen:
-     Quaddeln ( punktartige bis knopf- oder plateauähnliche Erhebungen der Haut z. B. durch Kratzen,
      Reiben oder Insektenstiche; Symptome einer Allergie oder Nesselsucht)
-     Reiz auslösenden Hautentzündungen
-     Pusteln, die an Insektenstichreaktionen erinnern

Wie kann man Sie bekämpfen?
Man kann die Eichenprozessionsspinner durch biologische Mittel bekämpfen, nämlich durch Spritzen. Dabei wird mit einer Brühe mit einem speziellen Bakterium auf die Raupen gesprüht, wobei sie sterben.
Auch kann man die Raupen und deren Gespinste verkleben und anschließend mit speziellen Großstaubsaugern absaugen.
Sie sollten auf keinen Fall die Tierchen selbst entfernen sondern von einem Fachmann, da sie dabei ihre Gesundheit gefährden könnten.

Wie kann man die Reaktionen behandeln?
Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten (= Stresshormon) behandelt werden, Antihistaminika hilft gegen Juckreiz und Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut.

Wie kann man sich vor Eichenprozessionsspinner schützen?
-     Die Gebiete der Eichenprozessionsspinner vermeiden
-     Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme, Beine) schützen
-     Raupen und Gespinste nicht berühren
-     Sofort die Kleidung wechseln und duschen, wenn ein (möglicher) Kontakt mit Raupenhaaren besteht
-     Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind
-     Bekämpfung der Tierchen nur von Fachleuten durchführen lassen

Wo muss man Eichenprozessionsspinner melden?
-     Ist ein Baum im Wald befallen, kann der örtliche Förster kontaktiert werden.
-     An einem öffentlichen Platz (z. B. Spielplatz), kann die Gemeinde oder auch das Gesundheits- oder
       Umweltamt informiert werden.
-     Steht der befallene Baum auf einem privaten Grundstück, sollte sich der Besitzer am besten an einen
       staatlich anerkannte Schädlingsbekämpfer oder einen professionellen Baumpfleger wenden.

Was macht die Gemeinde?
Die Gemeinde lässt ihre Eichen im öffentlichen Raum, im besiedelten Wohngebiet sowie an Fuß- und Radwegen spritzen.

 

Viele Grüße

Ihre Auszubildenden und Praktikanten
 

Kategorien: Amtliche Mitteilungen